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Optimierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstmodells

Presseaussendung vom 26.06.2019

v.l.n.r. GKK-Obmann Josef Harb, Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, ÄK-Vizepräsident Norbert Meindl © Gesundheitsfonds Steiermark/Leiß
v.l.n.r. GKK-Obmann Josef Harb, Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, ÄK-Vizepräsident Norbert Meindl
© Gesundheitsfonds Steiermark/Leiß

Gesundheitsfonds, Ärztekammer und Gebietskrankenkasse präsentieren Optimierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstmodells:

 

Bereitschafts-Arztpraxen öffnen auch an Wochenenden und Feiertagen

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, der Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse Josef Harb und Ärztekammer-Vizepräsident Norbert Meindl präsentierten heute gemeinsam mit den Geschäftsführern des Gesundheitsfonds Steiermark, Michael Koren und Bernd Leinich eine Bilanz der ersten knapp drei Monate des Betriebs des Gesundheitstelefons 1450 sowie des neuen ärztlichen Bereitschaftsdienstmodells. Mit 1. April 2019 wurden in der Steiermark beide Neuerungen eingeführt und vom ersten Tag an evaluierend begleitet und laufend verbessert. Ab Mitte Juli sollen weitere Optimierungen des Modells wirksam werden.

Bereitschafts-Arztpraxen öffnen auch an Wochenenden und Feiertagen
Voraussichtlich beginnend mit dem Wochenende 20./21. Juli 2019 wird der bisher bestehende Visitendienst an Wochenenden und Feiertagen durch Ordinationsdienste in jeder Region mit Öffnungszeiten von 08:00 bis 11:00 Uhr ergänzt. Diese - je nach Größe des Gebiets - ein bis zwei Bereitschaftsordinationen sind von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auf freiwilliger Basis buchbar. Um einen möglichst großen Pool an teilnehmenden Ärzten zu erreichen, können, wie beim Visitendienst, sowohl Kassen- als auch Wahlärzte teilnehmen. Damit sichergestellt werden kann, dass auch beim Besuch einer Wahlarztpraxis keine Kosten für die Patientinnen und Patienten entstehen, werden über die genauen Abrechnungsmodelle in den kommenden Tagen noch finale Detailverhandlungen zwischen Gesundheitsfonds, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer geführt.

Es handelt sich bei diesen Bereitschafts-Arztpraxen um ein erweitertes Angebot, damit in allen Regionen auch an Wochenenden und Feiertagen geöffnete Arztpraxen zur Verfügung stehen. Auch weiterhin wird es an Wochenenden geöffnete Regelordinationen sowie die Möglichkeit für Ärztinnen und Ärzte, ihre Ordinationen am Wochenende und an Feiertagen freiwillig zu öffnen und wie bisher die Behandlungsleistungen mit den Krankenversicherungsträgern abzurechnen, geben.

Eine Übersicht über alle geöffneten Ordinationen wird die neue, gerade in Programmierung befindliche Website www.ordinationen.st bieten.

Änderungen bei den Regionen
Die 24 Regionen des neuen Bereitschaftsdienstmodells haben sich grundsätzlich bewährt. Das laufende Monitoring hat jedoch ergeben, dass eine Regionsänderung sinnvoll wäre. So werden die Regionen 05 Judenburg und 07 Knittelfeld-Trofaiach zukünftig in drei Regionen geteilt, nämlich 05 Judenburg, 07 Trofaiach und 25 Knittelfeld-Zeltweg. Somit gibt es ab 1. Oktober 2019 25 statt derzeit 24 Regionen.

1450: Fast 24.000 Patientengespräche in drei Monaten
Seit 1. April 2019 wurden über das Gesundheitstelefon 1450 rund 23.430 Anrufe entgegengenommen und daraus 3.890 Visiten disponiert. Zur Erinnerung, in Niederösterreich waren es im Vergleichszeitraum etwa 5.000 Anrufe. Fast 60 Prozent der Anrufe finden beim steirischen Gesundheitstelefon am Wochenende und an Feiertagen und dabei größtenteils vormittags statt. Die durchschnittliche Abhebezeit beträgt 40 Sekunden (unter der Woche 12 Sekunden) und ein ausführliches Gesundheitsberatungsgespräch dauert rund 14 Minuten.

Zur Verbesserung der Anrufabwicklung wurden bereits zusätzliche Lizenzen für das Gesundheitstelefon 1450 (insgesamt 7) beauftragt und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Calltaker sowie diplomiertes Personal) eingestellt. Ab Juli wickeln daher allein 18 Vollzeitäquivalente diplomierter Pflegepersonen die Gesundheitsberatungsgespräche ab.

Die Besetzung der Bereitschaftsdienste lag im April und Mai bei durchschnittlich 73 Prozent und ist damit unter der Woche derzeit schon höher als es im alten System der Fall war. Unter der Woche waren im Schnitt zwischen 80 und 90 Prozent, an den Wochenenden zwischen 55 und 65 Prozent der Dienste besetzt. Durchschnittlich fährt ein Bereitschaftsarzt rund 13 Kilometer je Visitenbesuch.

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler: „Mit 1. April haben wir das Gesundheitstelefon 1450 und ein neues Bereitschaftsdienstmodell eingeführt. Das sind natürlich tiefgreifende Veränderungen. Wir haben daher auch von Anfang an gesagt, dass wir sowohl das Gesundheitstelefon als auch das Bereitschaftsdienstmodell sehr genau beobachten und analysieren werden, damit die Steirerinnen und Steirer auch am Abend sowie an Wochenenden und Feiertagen die bestmögliche Gesundheitsversorgung bekommen. Wir haben in den ersten Wochen gesehen, dass das neue Modell, das grundsätzlich auf dem System des Visitendienstes beruht, mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Entwicklung zeigt aber in eine positive Richtung. Zudem haben wir uns nun auf Optimierungen des Bereitschaftsdienstmodells geeinigt. Mit der Einbeziehung von geöffneten Ordinationen schaffen wir ein möglichst lückenloses System, um den Patientinnen und Patienten auch an Wochenenden und Feiertagen - wo mit Abstand die meisten Anrufe beim Gesundheitstelefon eingehen - die bestmögliche Versorgung bieten zu können. Ich danke den Verhandlungspartnern Gesundheitsfonds, Ärztekammer und Gebietskrankenkasse, dass diese Optimierung des Systems nun möglich wird. Wir sind gemeinsam bemüht, unter den Rahmenbedingungen, die wir im Gesundheitswesen vorfinden, die bestmöglichen Lösungen zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass das neue Modell Erfolg haben und weitere Verbesserungen bringen wird."

Dr. Norbert Meindl, Ärztekammer-Vizepräsident und Obmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte: „Wir erweitern durch die Öffnung von Bereitschaftspraxen an Wochenenden und Feiertagen das Präsenzangebot für die Patientinnen und Patienten. Das trägt wesentlich zur weiteren Verbesserung des grundsätzlich schon gut funktionierenden
Bereitschaftsdienstmodells bei. Außerdem war es ein Wunsch von Ärztinnen und Ärzten - gerade in Regionen, wo der Bereitschaftsdienst bisher weniger gut gebucht war - ihre Ordinationen auch im Rahmen des Bereitschaftsdienstmodells öffnen zu können. Als Vertreter aller niedergelassenen Ärzte ist es mir ein wichtiges Anliegen, auch die Wahlärzte in das System miteinzubeziehen, damit ein möglichst breiter Kreis für die Dienste zur Verfügung steht."

Ing. Josef Harb, Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse: „Wir haben mit 1. April ein Versorgungssystem umgestellt, das für über eine Million Menschen da ist. Bei so einem Kraftakt kommt es vereinzelt natürlich zu Problemstellungen. Ich nehme schon jetzt mehr Zufriedenheit wahr. Wir haben aber auch Weiterentwicklungsbedarf erkannt und erreichen mit der Einbeziehung von Bereitschaftsordinationen in das neue System eine noch bessere Versorgung für die Patientinnen und Patienten."

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