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Versorgungskonzept für Personen mit erworbener Hirnschädigung beschlossen

Gezielte Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben

Presseinformation vom 21.11.2018

Im Frühjahr 2014 trat Landesrat Christopher Drexler mit Manuela Kröll in Kontakt, die ein Konzept für die Betreuung von Schädel-Hirn-Trauma-Patienten entwickelt hatte. Seither arbeiteten Land und Sozialversicherung gemeinsam mit Betroffenen und Experten an der Umsetzung eines entsprechenden Versorgungangebotes. Nach einem Autounfall 2010 lag der Sohn von Manuela Kröll, Christian - in der Familie Chrissy genannt - acht Monate im Wachkoma. Durch die Betreuung und Rehabilitation zu Hause machte er große Fortschritte und kämpfte sich, unterstützt durch seine Familie, ins Leben zurück. In der heutigen Sitzung der Gesundheitsplattform Steiermark wurde der Beschluss gefasst, das gemeinsam entwickelte Versorgungskonzept für therapeutische Nachsorge und Langzeitbetreuung von Personen mit erworbener Hirnschädigung in Umsetzung zu bringen.

LR Drexler: Erster Schritt für noch gezieltere Unterstützung

„Ich freue mich, dass dieser Beschluss heute gefasst werden konnte und die Umsetzung jetzt beginnt. Wir haben damit den ersten Schritt gemacht, um Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung noch gezielter zu unterstützen, den Weg zurück ins Leben zu finden. Danke an Manuela Kröll für ihren persönlichen Einsatz und die Erfahrungen, die sie mit uns allen geteilt hat", betont Gesundheitslandesrat Christopher Drexler.

Bedarfsgerechte Versorgung im gewohnten Umfeld

Das Konzept setzt nach der stationären Versorgung an. Wer aus der akutstationären Versorgung oder Rehabilitation entlassen wurde, soll eine bedarfsgerechte weitere Versorgung, möglichst im eigenen häuslichen Umfeld erhalten. Dazu soll ein wohnortnahes Betreuungsnetzwerk geschaffen werden. Ein eigenes Case-Management kümmert sich darum, wohin der Betroffene entlassen werden kann und organisiert die nötigen Hilfsmittel und Heilbehelfe. Individuelle Therapiepläne, in denen klare Ziele festgelegt werden und deren Fortschritt regelmäßig kontrolliert wird, sollen zu passgenauer Unterstützung führen.

„Diese Maßnahmen unterstützen Menschen, die sich ganz plötzlich in einer komplett veränderten Lebenssituation befinden. Das breite Spektrum an medizinischen Leistungen macht es manchmal schwierig, die passenden Angebote zu finden. Umso wichtiger ist es, dass kompetente Hilfe zur Verfügung steht - ganz im Sinne einer regionalen und individuell auf die Bedürfnisse abgestimmten Versorgung", ist auch STGKK-Obmann Josef Harb von den Vorteilen des gezielten Unterstützungsangebots überzeugt.

Zweijährige Pilotphase im Bezirk Deutschlandsberg

Der Bedarf für eine solche weiterführende Versorgung besteht in der Steiermark für rund 120 Personen pro Jahr. Untersuchungen zeigen, dass bei etwa 80 Prozent der Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen gerade in den zwei Jahren nach Entlassung aus der stationären Betreuung großes Potential für weitere Fortschritte durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen besteht. Konkrete Umsetzungsschritte des beschlossenen Konzepts sollen daher in den ersten Monaten des Jahres 2019 erfolgen und in eine zweijährige Pilotphase im Bezirk Deutschlandsberg münden. Auf Basis der Evaluierungsergebnisse sollen die Maßnahmen dann steiermarkweit ausgerollt werden.

Ergänzend zur Pilotphase wird eine landesweite Online-Drehscheibe aufgebaut, die alle relevanten Informationen für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen sowie deren Angehörigen enthält, wie etwa Informationen zu Therapieangeboten oder Beihilfen. Außerdem werden die Ausbildungspläne für Therapeutinnen und Therapeuten evaluiert, um etwaig notwendige Ergänzungen, vor allem was neurologische Ausbildungsschwerpunkte angeht, vornehmen zu können.

Michael Eisner
Pressesprecher
Büro Landesrat Mag. Christopher Drexler
Tel.: 0316 877 4471, Mobil: 0676 8666 4471
Mail: michael.eisner@stmk.gv.at

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