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Das schmeckt dem Klinikum und den steirischen Bauern!

Pressemitteilung vom 15.10.2018

Drexler, Falzberger, Rauer, Jezerniczky,Fartek, Seitinger © Werner Stieber
Drexler, Falzberger, Rauer, Jezerniczky,Fartek, Seitinger
© Werner Stieber

Seit einem Jahr versorgt „Rauers Vitaminreich" das LKH-Univ. Klinikum Graz mit Salat. Pro Woche werden rund 500 Kilogramm Chinakohl und Co. essfertig geliefert und damit ca. 80 Prozent des Bedarfs gedeckt. Dafür hat man gut eine Million Euro investiert. Zur Zusammenarbeit kam es im Rahmen des Projekts „Gesund - Regional - Saisonal", mit dem das Klinikum beim Lebensmitteleinkauf einen klaren Fokus auf heimische Produzenten legt.

„Gesund - Regional - Saisonal": Seit einem Jahr ist dies die Prämisse für Lebensmittel, die in der Küche des LKH-Univ. Klinikum Graz für die täglich gut 1.700 Portionen Frühstück, 3.800 Portionen Mittag- und 2.400 Portionen Abendessen verarbeitet werden. „Wir haben ein eigenes Projekt dazu gestartet und es in vielen Bereichen schon geschafft, mit regionalen Lieferanten zusammenzuarbeiten", sagt Mag. Gebhard Falzberger, Betriebsdirektor des Klinikum Graz, und Gesundheitslandesrat Mag. Christopher Drexler verweist darauf, dass „diese Umstellung den Patienten und Mitarbeitern gleichermaßen zu Gute kommt, denen nun heimische Lebensmittel in top Qualität und Frische serviert werden." So stammen z. B. gut 80 Prozent der ca. 41.000 kg Salat oder auch die rund 56.800 kg Kartoffeln aus steirischem Anbau. „Ebenso wie mehr als 204.000 Stück Freilandeier und knapp 95 Prozent des Käses. Ca. 90 Prozent der Milch und der Joghurts sind österreichische Bioprodukte", nennt Falzberger weitere Beispiele. Bei Produkten, die importiert werden müssten - wie z. B. Bananen -, werde auf Fair-Trade geachtet.

Fleischfreier Mittwoch, Bio-Hollerblütenspritz und Zotterschokolade
Auch seitens des Vorstands der KAGes ist man von dem Projekt des Klinikums angetan. „Besonders erfreulich ist, dass die Umstellung ohne massive Kostenerhöhung durchgeführt werden konnte", erklärt KAGes-Finanzvorstand Ernst Fartek, MBA, der das Lebensmittelbudget 2019 für das Klinikum Graz mit 4,45 Millionen Euro beziffert. Er räumt zwar ein, dass man für das eine oder andere Produkt durchaus etwas mehr bezahlen müsse, da aber auf der anderen Seite der Speiseplan optimiert wurde, würde sich letztlich vieles die Waage halten. Ein Beispiel ist der verwendete Salat: Das Kilogramm steirischen Salats kostet 5,36 Euro, zuvor waren's 3,61 Euro. Da jedoch das Gemüse essfertig geliefert wird, gibt es keinen Abfall, den man sonst mitbezahlen muss. Außerdem fallen bei heimischem Gemüse lange Transportwege weg. Abgesehen von den Kosten sei es für ein Unternehmen wie die KAGes ein Gebot der Stunde, die heimischen Bauern zu unterstützen. Angedacht ist daher auch, das Konzept in den anderen Landeskrankenhäusern zu forcieren.

Wie die Umsetzung des Projektes im Klinikum-Alltag aussieht, macht in der Folge Mag. Falzberger deutlich. „Es gibt den fleischfreien Mittwoch, ein erweitertes Salatbuffet und generell mehr Gemüse auf dem Menüplan. Im Getränkeregal sind Säfte wie Bio-Hollerblütenspritz statt Coca Cola zu finden und bei den süßen Sachen wird hochwertige Zotterschokolade statt Bountyriegel angeboten."

Leuchtturmprojekt für regionale Wertschöpfung
All diese Veränderungen fallen im Speziellen bei den fünf Salatbauern auf fruchtbaren Boden, die seit einem Jahr das Klinikum Graz wöchentlich mit bis zu 500 Kilogramm Chinakohl und Co. versorgen. Sie sind Mitglieder der oststeirischen Erzeugerorganisation „Steirisches Gemüse" und vertreiben den Salat unter der Marke „Rauers Vitaminreich". Für das Klinikum wird der Salat den Anforderungen des Cook- & Chill-Verfahrens entsprechend aufbereitet, nach dem die Speisen im Spital zubereitet werden. „Er wird gewaschen und geschnitten geliefert", sagt Fritz Rauer, Landwirt und Gesellschafter der Erzeugerorganisation sowie Landes- und Bundesobmann der Gemüsebauern Österreichs. „Für die entsprechende Anlage wurde eine Million Euro investiert", sagt er und beschreibt den Weg des Salates vom Feld in die Klinikum-Küche: „Er wird um 5 Uhr geerntet, vorgewaschen und zur Anlage gebracht. Hier wird er geschnitten, durchläuft dann die Waschanlage sowie die Zentrifuge und wird in 1,5-kg-Packerl verpackt. Anschließend wird er kaltgestellt und tags darauf um 6 Uhr ausgeliefert." Das Klinikum bekommt von uns ca. 300 Packerl pro Woche. „Wir sind die ersten in der Steiermark, die eine derartige Anlage haben. In ganz Österreich gibt es derzeit vier davon", so Rauer.

Agrarlandesrat Ök.-Rat Johann Seitinger ist stolz auf die Innovationskraft der heimischen Landwirte und die bunte Vielfalt der erzeugten Lebensmittel. Im Zusammenhang mit dem Heilungsprozess streicht er vor allem die Bedeutung der richtigen Ernährung heraus: „Neben der optimalen Gesundheitsversorgung ist die Qualität des Essens im Spital für Patientinnen und Patienten von größter Bedeutung. Frische steirische Lebensmittel, insbesondere Gemüse und Obst aus der Region, sind daher ein immens wichtiger Beitrag zur Genesung."

Zahlen, Daten, Fakten (Kennzahlen 2018):
In der Spitalsküche des LKH-Univ. Klinikum Graz werden folgende Lebensmittelmengen verkocht: mehr als 204.000 Stück Eier, 52.000 kg Brot, 82.500 kg Fleisch, 15.300 kg Hühnerfleisch, 18.000 kg Fisch, 122.000 kg Gemüse, 41.000 kg Salat, 56.800 kg Kartoffeln, 105.000 kg Obst und 128.500 Liter Milch.

Der klare Fokus im Hinblick auf die Lieferantenauswahl bzw. die Sortimentsbestimmung liegt auf saisonal und ökologisch regional erzeugten Lebensmitteln. Die Eier stammen zu 100 Prozent aus Freilandhaltung, Brot und Gebäck bezieht man nahezu zur Gänze aus Österreich. Milch und Joghurts sind zu 90 Prozent Bio bzw. die komplette Menge 100prozentige Österreicher. Der Käse kommt zu 95 Prozent, der Salat zu 100 Prozent aus Österreich, wobei wiederum 80 Prozent davon echte Steirer sind, da sie von „Rauers Vitaminreich" sowie den Firmen Pölzl und Gastroexpress geliefert werden. Die restlichen 20 Prozent werden über die Firma Transgourmet bezogen und stammen von Wiener Gärtnern.

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