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Regionaler Strukturplan Gesundheit Steiermark 2025 beschlossen

22.06.2017

Der medizinische und medizinisch-technische Fortschritt, die zunehmende Spezialisierung in der Medizin, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, die zunehmend alternde Bevölkerung und die damit verbundenen Krankheitsbilder (z.B. Multimorbidität oder chronische Erkrankungen) sind nur einige Gründe, die es notwendig machen, die Strukturen im steirischen Gesundheitswesen an die veränderten und sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen.

 Der Gesundheitsfonds Steiermark wurde daher vom zuständigen Gesundheitslandesrat Mag. Christopher Drexler im Jahr 2016 beauftragt, einen langfristig strategischen Leitfaden zu entwickeln, mit dem es gelingen kann, das steirische Gesundheitssystem an eben die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und zukunftsfit zu halten. Die Ideen dieses so genannten „Steirischen Gesundheitsplanes 2035" wurden im Herbst 2016 in zahlreichen Veranstaltungen in Graz und in den sieben steirischen Regionen präsentiert.

Der Gesundheitsplan 2035 gilt als Maßstab für die in allen Regionen der Steiermark notwendigen Veränderungen in der Gesundheitsversorgung. Mit dieser langfristigen Zielvorgabe soll die Voraussetzung für die Sicherstellung der besten medizinischen Versorgung für alle Steirerinnen und Steirer gewährleistet sein. Der Gesundheitsplan 2035 beinhaltet sowohl die zu schaffende Primärversorgung als auch die Sekundärversorgung und ist somit als ganzheitlicher Planungsansatz zu sehen.

Der am 21. Juni 2017 in der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossene „Regionale Strukturplan Gesundheit Steiermark 2025" (im Folgenden: RSG-St 2025) legt nun die ersten Schritte zur Umsetzung des Steirischen Gesundheitsplans 2035 fest.

In der Vereinbarung gem. Art 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens ist festgehalten, dass der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) und der Österreichische Strukturplan Gesundheit die zentralen Planungsinstrumente der integrativen Versorgungsplanung sind. Dementsprechend wurde mit dieser Vereinbarung auch der Grundstein gelegt, dass zukünftig in den Landes-Zielsteuerungskommissionen festgelegt wird, welche Planungsvorgaben des RSG verbindlich sind und als Verordnung durch die Gesundheitsplanungs GmbH kundgemacht werden. Dadurch werden erstmals verbindliche Festlegungen in beiden Bereichen - der intra- und extramuralen Versorgungsplanung - getroffen. Dies betrifft insbesondere Festlegungen zur Kapazitätsplanung sowie zur überregionalen Versorgungsplanung.

Über die möglichen finanziellen Auswirkungen auf den Landeshaushalt ist zwischen der Gesundheitsabteilung, der Finanzabteilung sowie dem Gesundheitsfonds Steiermark vor der Erlassung der Verordnung des stationären Bereichs zum RSG-St 2025 Einvernehmen herzustellen.

1. Abgestufte Notfallversorgung

Die abgestufte Notfallversorgung ist der wichtigste Schritt für eine adäquate Behandlung im Notfall. Sie soll flächendeckend optimiert und unter Einbindung einer Telefonärztin bzw. eines Telefonarztes, des ärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie durch die Erfahrungen diverser Projekte (first responder, Virtuelle EBA) neu organisiert werden.

 

2. Stärkung der Primärversorgung

In einem ersten Ausbauschritt ist geplant, bis 2025 rund 30 Gesundheitszentren (Primärversorgungseinrichtungen) Steiermark weit zu errichten. Aus planerischer Sicht besteht ein Gesundheitszentrum aus drei bis fünf Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern mit § 2 Einzelplanstellenvertrag, die mit anderen Berufsgruppen aus dem Bereich der Gesundheitsversorgung (z.B. Pflege, Therapeutinnen und Therapeuten, Hebammen) sowie Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde eng zusammenarbeiten. Durch diese Zusammenarbeit soll es zu einer Entlastung der einzelnen Medizinerin bzw. des einzelnen Mediziners kommen, sodass ein umfassenderes Angebot und mehr Zeit für den Kontakt mit den Patientinnen und Patienten möglich wird. Gleichzeitig ist auch eine Attraktivierung des Berufsbildes der Allgemeinmedizinerin bzw. des Allgemeinmediziners gegeben. Zusätzlich sind

weitere ca. 522 § 2 Einzelplanstellen für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner vorgesehen, womit aus planerischer Sicht eine flächendeckende medizinische Primärversorgung der gesamten Steiermark gewährleistet sein wird.

 

3. Bündelung der ambulanten fachärztlichen Versorgung
Die Versorgung durch eine Fachärztin bzw. einen Facharzt gilt nach der Primärversorgung als zweite Versorgungsstufe im Gesundheitsplan 2035. Mit dem RSG-St 2025 wird bereits bis 2025eine Stärkung der ambulanten fachärztlichen Versorgung für alle Steirerinnen und Steirer erreicht. Möglich ist das durch den Aufbau gebündelter, interdisziplinärer Facharztzentren, wie beispielsweise in Hörgas, Rottenmann und Schladming, sowie einer fachärztlichen Erweiterung eines geplanten Gesundheitszentrums in Bad Aussee.

 

4. Neu- und Umstrukturierung stationärer fachärztlicher Versorgung
Leitspitäler können künftig eine weitaus höhere Anzahl an medizinischen Fächern anbieten, als dies Krankenhäuser aufgrund ihrer kleineren Struktur heute können. Sie sind eng miteinander vernetzt und verfügen über bestens ausgebildetes medizinisches Personal mit mehr Routine, was zu einer höheren Qualität in der Behandlung führt. Der erste wichtige Schritt in Richtung Leitspital gelingt durch die Schaffung von Krankenhaus-Verbünden und durch die Planung eines neuen Leitspitals in der Versorgungsregion Liezen.

 

Ausbau der Verbünde
Neben den bereits vorhandenen Verbünden soll das LKH Hörgas/Enzenbach zukünftig als Verbund mit dem LKH Graz Süd-West, das LKH Mürzzuschlag zukünftig als Verbund mit dem LKH Hochsteiermark sowie das LKH Stolzalpe zukünftig als Verbund mit dem LKH Judenburg- Knittelfeld geführt werden.

 

Planung eines Leitspitals in der Versorgungsregion Liezen

Des Weiteren wird die Errichtung eines Leitspitals in der Versorgungsregion 62 (Liezen) angestrebt. Umfassende Planungsarbeiten und Berechnungen für die Realisierung werden in den nächsten Monaten durchgeführt. Deren Ergebnisse werden die Grundlage für erforderliche (finale) Entscheidungen bilden.

Neuordnung der akutstationären fachärztlichen Versorgung in Graz Mitte Ziel der Überlegungen ist eine klare fachliche Akzentuierung des Versorgungsangebots der Krankenhäuser in der Versorgungsregion 61 (Graz), die Vermeidung von parallelen Angeboten und eine stärkere Einbindung in die unmittelbaren Versorgungsnotwendigkeiten für die Bevölkerung. Die Planungen sehen vor, dass das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder vorrangig chirurgisch tätig ist, das Krankenhaus der Elisabethinen seine inhaltlich-fachliche Ausrichtung auf die Bedürfnisse des alten Menschen fokussiert. Somit ist das Krankenhaus der Elisabethinen zukünftig als konservatives Haus tätig und erfüllt dabei auch einen alterspsychiatrischen Versorgungsauftrag für die gesamte Steiermark.

Auflassung von Spitalsstandorten
Neben den bereits erwähnten Veränderungen der Versorgungsregion Liezen sei angemerkt, dass im Rahmen des RSG-St 2025 auch die Spitalsstandorte Hörgas und Eisenerz zukünftig nicht mehr als bettenführende Krankenanstalten geführt werden.

 

5. Palliativ- und Hospizversorgung

Im Rahmen des RSG-St 2025 wird die in der Steiermark schon hervorragend funktionierende Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch weiter ausgebaut. So werden weitere zehn Palliativ- und zusätzliche 18 Hospizbetten eingerichtet, sowie die mobile Versorgung in Graz weiter gestärkt.

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 Landes-Zielsteuerungskommission beschlossen Regionalen Strukturplan Gesundheit Steiermark 2025 ist, wie bereits erwähnt, ein erster Umsetzungsschritt auf dem Weg zum Gesundheitsplan 2035 gesetzt. Die im Rahmen des RSG-St 2025 durchgeführten Maßnahmen werden laufend evaluiert, um sie gegebenenfalls den jeweiligen Rahmenbedingungen (neu) anzupassen und sich aus der Evaluierung ergebenden Verbesserungspotenzialen nicht zu verschließen. Über die weiteren Umsetzungsschritte werden sowohl die Steiermärkische Landesregierung als auch der Landtag Steiermark regelmäßig informiert.

Den Regionalen Strukturplan 2025 entnehmen Sie bitte der Externe Verknüpfung Beilage.

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