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Kinderunfall-Report 2016: Steiermark führend in der Kindersicherheit

Pressemitteilung – 15. März 2017

Pedevilla, Till, Drexler & Spitzer © Streibl
Pedevilla, Till, Drexler & Spitzer
© Streibl
Pedevilla, Till, Drexler & Spitzer © Sreibl
Pedevilla, Till, Drexler & Spitzer
© Sreibl

Jährlich passieren in der Steiermark rund 30.000 Kinderunfälle. Die Vermeidung dieser zählt zu den primären Zielen des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und des Gesundheitsressorts des Landes Steiermark. Mit Unterstützung der Abteilung für Medizininformatik und Prozesse der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft und des LKH-Univ.Klinikums Graz werden im „Styrian Injury Surveillance System" erstmals alle Unfälle der steirischen Bevölkerung erfasst, ausgewertet und analysiert - besonders detailliert die Kinderunfälle. Der darauf basierende Kinderunfall-Report bildet härteste Fakten zum Unfallgeschehen ab. Diese zeigen: Das Bundesland Steiermark ist führend in der Kindersicherheit. Und: Langfristig angelegte Unfallpräventionsprojekte wirken.

Steiermark weist niedrigste Anzahl an Kinderunfällen auf

Die Ergebnisse des Kinderunfall-Reports 2016 zeigen erfreuliche Ergebnisse: in der Steiermark passieren im Bundesländervergleich am wenigsten tödliche Kinderunfälle. Diese ereignen sich vor allem im Verkehr, gefolgt von Ertrinken und (Fenster-)Stürzen.

Kinderunfall-Report zeigt detailliert was wo in welchem Alter passiert

„Mit der ersten Bewegungsphase ab dem 1. Geburtstag kann man einen Anstieg im Unfallgeschehen beobachten. Nach einem geringen Rückgang Ende Kindergarten- bzw. Anfang Volksschulalter gibt es mit der Pubertät ab dem 10. Lebensjahr einen neuerlichen, deutlichen Anstieg der Unfallzahlen", so Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, Vorstand der Grazer Univ.Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie und Autor des Kinderunfall-Reports.

Wo passieren nun die meisten Kinderunfälle? „Insgesamt ereignen sich steiermarkweit 30% der Kinderunfälle im Wohnbereich, weitere 30% in der Kategorie „Freizeit/Sport/Spiel" und 15% in der Schule. Auf den Verkehr fallen zwar nur 4%, diese Unfälle gehen aber am häufigsten tödlich aus", ergänzt Dr. Peter Spitzer vom Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, der gemeinsam mit Till den Kinderunfall-Report verfasst hat.

Die Unfallschwerpunkte liegen je nach Alter in anderen Bereichen: In der Altersgruppe der 0-5-Jährigen findet sich das „Wohnen" an erster Stelle. Im Volksschulalter passieren die meisten Unfälle in der Kategorie „Freizeit/Sport/Spiel". Zusätzlich ist das Risiko für Verkehrsunfälle in diesem Alter am größten. Bei den Ältesten (0 -14 Jahre) sind die Bereiche „Schule" und „Freizeit/Spiel/Sport" ganz vorne in der Unfallstatistik zu finden. Die Buben sind zudem insgesamt einer leicht erhöhten Unfallgefährdung (57% der Kinderunfälle) ausgesetzt.

Die Analyse der Versorgungsart zeigt, dass rund zwei Drittel der PatientInnen nur einmal in der Ambulanz der Klinik vorstellig werden. Ein Drittel der Verletzungen bedingt jedoch, dass die Kinder wiederbestellt oder stationär versorgt werden müssen. Im Gesamten handelt es sich bei mehr als einem Viertel der Verletzungen um Frakturen, Bandrupturen, Verletzungen innerer Organe oder operative Versorgungen, was sich letztlich unter dem medizinischen Begriff einer „schweren Verletzung" subsumieren lässt.

Bei den leichten Verletzungen weist der Kopf mit 41% den größten Anteil auf, bei den schweren die oberen Extremitäten mit einem Anteil von 60%. Je jünger ein Kind ist, desto häufiger ist der Kopf betroffen.

Rund 6% aller verletzten Kinder werden stationär aufgenommen. Mit dem Lebensalter sinkt der Anteil der stationären Aufnahme. So ist der Anteil bei den 10-14-Jährigen nur halb so groß wie bei den 0-4-Jährigen.

Unfallprävention wirkt

Der Kinderunfall-Report bestätigt die Wirkung von langfristig angelegten Präventionsprojekten zur Kinderunfallvermeidung wie sie der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE entwickelt und durchführt: Der Vergleich der tödlichen Kinderunfälle in der Steiermark im Zeitraum 1996-2000 mit 2011-2015 zeigt einen

Rückgang um 81,5%. Österreichweit gingen die tödlichen Kinderunfälle in diesem Vergleichszeitraum weniger stark (75,5%) zurück. Die tödlichen kindlichen Verkehrsunfälle sanken in der Steiermark zwischen 1996-2000 und 2011-2015 gar um 89% - in Gesamtösterreich hingegen nur um 67,5%.

Dieser enorme Rückgang ist sowohl auf bessere Präventionsarbeit, bessere technische Maßnahmen und Standards (Autokindersitz, Helm etc.) als auch auf eine bessere medizinische Versorgungskette (Notarztsystem, Hubschrauberversorgung) zurückzuführen.

Till betont: „Es ist extrem wichtig, dass Medizin und Prävention wie Zahnräder ineinandergreifen. Gleiche bzw. ähnliche Unfälle und damit gleiches bzw. ähnliches Leid darf sich nicht ständig wiederholen."

Erste Datenbank zur Erfassung aller Unfälle der steirischen Bevölkerung

„Die Steirische Unfalldatenbank, das sogenannte „Styrian Injury Surveillance System" ermöglicht erstmals eine detaillierte Vollerfassung des Unfallgeschehens in einem österreichischen Bundesland. Dies stellt einen Riesenschritt in der Unfallforschung und -analyse dar", betont der steirische Gesundheitslandesrat Mag. Christopher Drexler.

Dr. Markus Pedevilla, Leiter der Abteilung für Medizininformatik und Prozesse der Steiermärkischen KAGes erläutert die großen Benefits der Unfalldatenbank „Nebst einer regionalen Analyse der Unfälle mit darauf abgestimmten Präventionsmaßnahmen und letztlich erzielter Kostenersparnis durch verhinderte Unfälle ist der Effekt vor allem in einer Erhöhung der Qualität im Sinne eines gesunden und unfallreduzierten Lebensraumes zu sehen."

Die Steirische Unfalldatenbank StISS wird vom Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, welches als externe Forschungsinstitution an die Univ.Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz angegliedert ist, betreut.

Drexler: „Jeder Kinderunfall ist einer zu viel, trotzdem hören und lesen wir täglich von verunglückten Kindern und Jugendlichen. Die Vermeidung von Unfällen zählt zu den primären Zielen des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und des Gesundheitsressorts des Landes Steiermark. Ich freue mich daher außerordentlich, dass unsere langfristig angelegten Unfallpräventionsprojekte wirken und die Steiermark führend in der Kindersicherheit ist".

Ein wichtiger Partner bei der Erarbeitung der Kinderunfalldatenbank war außerdem die Abteilung für Produktsicherheit des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz mit der GROSSE SCHÜTZEN KLEINE immer wieder wichtige Fragen zur Kinderunfallvermeidung diskutiert.

Rückfragen:

Elisabeth Fanninger, BA

Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE

0316/385 13764 bzw. elisabeth.fanninger@klinikum-graz.at

Josefa Umundum

Büro Landesrat Mag. Christopher Drexler

0316/877-2683 bzw. josefa.umundum@stmk.gv.at

Reinhard Marczik

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft

0316/340-5120 bzw. reinhard.marczik@kages.at

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