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Pflegeassistenz (vormals Pflegehilfe)

Die Pflegeassistenz (PA) dauert 1 Jahr und umfasst 1 600 Stunden theoretische und praktische Ausbildung.  

Während der einjährigen Ausbildung zur PA sind die Auszubildenden vollversichert und erhalten ein monatliches Taschengeld. Aufgrund des allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes sind AMS-geförderte Personen davon ausgenommen. 

Berufsbild:
Gem. § 82 Abs. 1 GuKG sind Pflegeassistenzberufe

  1. die Pflegeassistenz und
  2. die Pflegefachassistenz.

Sie sind Gesundheits- und Krankenpflegeberufe zur Unterstützung von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie von Ärzten.

Gem. Abs. 2 umfassen die Pflegeassistenzberufe die Durchführung der ihnen nach Beurteilung durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege im Rahmen des Pflegeprozesses übertragenen Aufgaben und Tätigkeiten in verschiedenen Pflege- und Behandlungssituationen bei Menschen aller Altersstufen in mobilen, ambulanten, teilstationären und stationären Versorgungsformen sowie auf allen Versorgungsstufen.

Gem. Abs. 3 führen im Rahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie die Angehörigen von Pflegeassistenzberufen die ihnen von Ärzten übertragenen oder von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege weiterübertragenen Maßnahmen durch.

Tätigkeitsbereiche der Pflegeassistenz

Im neuen Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) sind folgende Tätigkeitsbereiche der Pflegeassistenz angeführt:  

  • Mitwirkung an und Durchführung der ihnen von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege übertragenen Pflegemaßnahmen
    • Mitwirkung beim Pflegeassessment
    • Beobachtung des Gesundheitszustandes
    • Durchführung der an sie übertragenen Pflegemaßnahmen
    • Information, Kommunikation und Begleitung
    • Mitwirkung an der praktischen Ausbildung in der Pflegeassistenz
  • Handeln in Notfällen
    • Erkennen und Einschätzen von Notfällen und Setzen entsprechender Maßnahmen
    • Eigenverantwortliche Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, sofern und soweit ein Arzt nicht zur Verfügung steht.

Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie nach schriftlicher ärztlicher Anordnung und unter Aufsicht von Ärztinnen/Ärzten oder Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege

  • Verabreichung von lokalen, transdermalen, oralen und inhalativen Arzneimitteln
  • Verabreichung von subcutanen Insulininjektionen und subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
  • Standardisierte Blut-, Harn- und Stuhluntersuchungen sowie Blutentnahme aus der Kapillare im Rahmen der patientInnennahen Labordiagnostik
  • Blutentnahme aus der Vene, ausgenommen bei Kindern
  • Durchführung von Mikro- und Einmalklistieren
  • Durchführung einfacher Wundversorgung, einschließlich Anlegen von Verbänden, Wickeln und Bandagen
  • Durchführung der Sondenernährung bei liegenden Magensonden
  • Absaugen aus den oberen Atemwegen sowie dem Tracheostoma in stabilen Pflegesituationen
  • Erhebung und Überwachung von medizinischen Basisdaten (Puls, Blutdruck, Atmung, Temperatur, Bewusstseinslage, Gewicht, Größe, Ausscheidungen)
  • Einfache Wärme-, Kälte- und Lichtanwendungen.  

Berufsberechtigung

Zur Ausübung der Pflegeassistenz sind Personen berechtigt, die

  • eigenberechtigt sind,
  • die für die Erfüllung der Berufspflichten erforderliche gesundheitliche Eignung und Vetrauenswürdigkeit besitzen,
  • über die für die Berufsausübung notwendigen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und
  • einen Qualifikationsnachweis erbringen.

Zur Ausübung der Pflegeassistenz sind auch Personen berechtigt, die zur Ausübung der Pflegefachassistenz oder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt sind.

Berufsausübung

Kann im Dienstverhältnis

  • zu einer Krankenanstalt,
  • zum Träger sonstiger unter ärztlicher oder pflegerischer Leitung oder Aufsicht stehender Einrichtungen, die der Vorbeugung, Feststellung oder Heilung von Krankheiten oder der Nachsorge, der Behindertenbetreuung, der Betreuung pflegebedürftiger Menschen oder der Gewinnung von Blut oder Blutbestandteilen dienen oder die andere Gesundheitsdienste und soziale Dienste anbieten,
  • zu freiberuflich tätigen Ärztinnen/Ärzten,
  • zu Gruppenpraxen gem. Ärztegesetz,
  • zu freiberuflich tätigen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
  • zu Einrichtungen oder Gebietskörperschaften, die Hauskrankenpflege anbieten
  • zur Justizbetreuungsagentur

erfolgen.

Berufsbezeichnung

"Pflegeassistentin" / "Pflegeassistent"

Ausbildung

Dauer der Ausbildung

  • 1 Jahr (1600 Stunden) - Externe Verknüpfung Lehrplan
  • Verkürzte Ausbildung für Personen, die ein Studium der Human- oder Zahnmedizin erfolgreich abgeschlossen haben: 680 Stunden

Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung

  • Lebensalter von mindestens 17 Jahren
  • gesundheitliche Eignung
  • Vertrauenswürdigkeit
  • erfolgreiche Absolvierung der allgemeinen Schulpflicht
  • Aufnahmegespräch und Aufnahmetest

Die Entscheidung über die Aufnahme erfolgt durch den Rechtsträger, der die Ausbildung veranstaltet, im Einvernehmen mit der/m Direktorin/Direktor.

Abschluss der Ausbildung

  • Kommissionelle Abschlussprüfung - Zeugnis

Rechtsgrundlagen

Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, BGBl. I Nr. 75/2016
Pflegeassistenz-Pflegefachassistenz-Ausbildungsverordnung, BGBl. II Nr. 301/2016

Standorte

  • Graz - Schule f. psychiatrische Gesundheits- u. Krankenpflege (Schloß Stein) 
  • Graz - Schule zur Vorbereitung auf die Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und Pflegeassistenzlehrgänge 
  • Leoben - Schule f. Gesundheits- u. Krankenpflege
  • Frohnleiten - Schule f. Gesundheits- u. Krankenpflege (Maria Lankowitz)  
  • Stolzalpe - Schule f. Gesundheits- u. Krankenpflege
  • Bad Radkersburg - Schule f. Gesundheits- u. Krankenpflege 
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