
Gesundheitsgefahr Winter: Schi-, Rodelunfälle, tausende Ausrutscher am Eis – und schlechte Sicht
An die 5.000 Unfälle mit der Rodel, mehr als 56.000 so schwer verunfallte Schifahrer und Snowboarder, dass die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, rund 16.000 „Ausrutscher" am Glatteis, die ebenfalls im Krankenhaus landen und mehr als 5.000 Jogger und Walker die nach Stürzen auf Schnee und Eis ins Spital müssen - in der Wintersaison gibt's alljährlich Rekorde rund um Knochenbrüche und Schädelverletzungen.
Auch wenn dank vermehrter Verwendung von Helmen die schweren Verletzungen beim Schifahren und Snowboarden zurückgegangen sind, landen auch in dieser Wintersaison wieder geschätzte 56.000 Pistenfans mit Knochenbrüchen und Schädelverletzungen im Krankenhaus. Denn laut Kuratorium für Verkehrssicherheit ist der Helmeinsatz zwar innerhalb von zwei Jahren um ein Viertel gestiegen, dennoch sind nach wie vor 42 Prozent der Schifahrer und Snowboarder ohne Schutz unterwegs.
Vielfach unterschätzt werden auch die Gefahren des Rodelspaßes - da passieren die meisten Unfälle mit Verletzungen übrigens beim Nachtrodeln. Dr. Anton Dunzendorfer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit: „In der vorigen Wintersaison haben sich rund 4.800 Menschen beim Rodeln schwer verletzt. Etwa die Hälfte der Verletzten zog sich einen Knochenbruch zu, knapp ein Viertel Sehnen- und Muskelverletzungen. Vor allem die unteren Extremitäten sind betroffen; jeder Vierte verletzt sich am Fußgelenk oder Knöchel, jeder Fünfte am Knie." Und er warnt: „Besonders gefährlich ist es, mit dem Kopf voran zu rodeln, jeder zehnte Rodler der in dieser Position verunfallte, erlitt eine Gehirnerschütterung. An die 20 Prozent aller Rodelverletzungen im Vorjahr waren Kollisionen - mit Personen, Hindernissen oder Bäumen."
Ursache für die meisten Rodelunfälle ist, dass die Gefahr, die dieser Winterspaß in sich birgt weit unterschätzt wird - die meisten starten ohne Vorbereitung. Jedoch, so Dunzendorfer, jede Rodel hat unterschiedliche Brems- und Lenkeigenschaften. Daher muss man sich vor jeder Talfahrt mit den Fahreigenschaften vertraut machen. Für Kinder sollte man Plastikbobs dem klassischen Schlitten vorziehen, diese sind nämlich weitaus leichter zu lenken. Abzuraten ist jedoch vor aufblasbaren Rodeln. Sie erreichen schon bei flachen Strecken sehr hohe Geschwindigkeiten, weil die Auflagefläche kaum in den Schnee eintaucht.
Ein Trend, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut ist das Nachtrodeln, jedoch passieren genau hier ein Drittel aller Unfälle. Dringend abgeraten wird davon auf schneebedeckten Straßen und Forstwegen zu rodeln - stets nur Rodelpisten benützen.
Ob Schlitten, Snowboard oder Schi - gute Sicht ist auf jeden Fall wesentlich, für die Sicherheit auf der Piste. Aber hier orten Experten große Nachlässigkeit. „Jeder zweite Schifahrer sieht schlecht - und achtzig Prozent dieser Fehlsichtigen sind beim Wintersport ohne Brille oder Kontaktlinsen unterwegs", warnt Wolfgang Grebien, Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Und betont: „Wer schlecht sieht, ermüdet schneller, übersieht Bodenunebenheiten und kann Entfernungen nicht richtig einschätzen. Dazu kommt, dass die Augen tränen, wenn es zu höherer Geschwindigkeit kommt - das erhöht die Unfall- und Verletzungsgefahr enorm. Wer im Blindflug unterwegs ist gefährdet aber nicht nur sich selbst, sondern auch Dritte."
Wer auf der Piste ganz up to date und mit bester Sicht unterwegs sein will, lässt sich individuelle Korrektionsgläser direkt in die Sportbrillenfassung einpassen.
