
Alle Infos zur Schweinegrippe
Die Antworten der Experten der steirischen Landessanitätsdirektion auf die häufigsten Fragen rund um die Schweinegrippe.
Frage: Wie wird die Schweinegrippe übertragen?
Antwort: Die veränderten Schweinegrippeviren, die unter anderem für die Erkrankungen in Mexiko verantwortlich sind, werden wie die „gewöhnlichen" Grippeviren in erster Linie durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen. Manchmal erfolgt die Übertragung aber auch über die Hände, wenn man sich zum Beispiel die Augen reibt.
Frage: Gibt es Menschen, die besonders gefährdet sind?
Antwort: Das lässt sich noch nicht genau sagen. Derzeit sind eher jüngere Menschen betroffen. Grundsätzlich sind bei einer Grippe vor allem Menschen mit verminderter Immunabwehr und chronisch Kranke mehr gefährdet.
Frage: Wie kann man eine Infektion mit dem Virus feststellen?
Antwort: Eine Infektion mit dem Virus kann man aufgrund verschiedener Faktoren vermuten; dazu zählen Krankheitssymptome, der Aufenthalt in einem betroffenen Land oder der Kontakt zu nachweislich an diesem Virus Erkrankten. Beweisen kann man die Infektion mit diesem speziellen Virus durch Laboruntersuchung. Dabei wird ein Nasen-Rachen-Abstrich gemacht, eventuell erfolgt auch eine Blutabnahme.
Frage: Wie sieht eine Behandlung aus?
Antwort: Abgesehen von den „üblichen" Grippemitteln kann man im frühen Erkrankungsstadium, also innerhalb der ersten beiden Tage nach dem Auftreten von Symptomen, so genannte Neuraminidasehemmer verabreichen. Diese sollten nur nach Verschreibung und Anweisung des Arztes eingenommen werden. Diese Medikamente können die Schwere und Krankheitsdauer reduzieren.
Frage: Warum ist die Schweinegrippe so gefährlich?
Antwort: Aus derzeitiger Sicht ist die Sterblichkeit durch dieses Schweinegrippevirus nicht höher als bei der „üblichen" Grippe; allerdings enthält das Virus sowohl Anteile eines Vogel- und Schweinevirus als auch eines menschlichen Virus und ist daher für das menschliche Immunsystem unbekannt.
Frage: Wie kann man eine Ansteckung verhindern?
Antwort: Einer Ansteckung kann man vor allem durch Hygienemaßnahmen vorbeugen; dazu zählen das Meiden von Menschenansammlungen, insbesondere von Erkrankten, häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife. Eventuell kann man auch auf Handdesinfektionsmittel oder Atemschutzmasken zurückgreifen. Erkrankte sollten ihrerseits niemanden anhusten oder anniesen. Sie sollten nicht in die Hand hinein husten, sondern in den Ärmel, damit keine Übertragung über die Hände erfolgen kann. Weiters sollen Papiertaschentücher verwendet werden und nach einmaligem Gebrauch in einem Plastiksack entsorgt werden. Der Raum, in dem sich der Erkrankte aufhält, sollte häufig gelüftet werden. Wenn man erkrankt ist, sollte man unbedingt zu Hause bleiben. Bei einem Arztbesuch bitte den Arzt vorinformieren, damit man nicht die anderen Patienten im Wartezimmer ansteckt.
Frage: Darf man jetzt noch Schweinefleisch essen?
Antwort: Schweinefleisch kann man bedenkenlos essen, das Virus wird durch Erhitzen über 70 Grad Celsius sicher abgetötet.
Frage: Gibt es eine Impfung gegen die Schweinegrippe?
Antwort: An einer Impfung für Menschen wird derzeit gearbeitet, die normale Grippeimpfung schützt aber nicht gegen das Virus. Sehr wohl gibt es aber eine Impfung für Schweine gegen das ursprüngliche Schweinegrippevirus.
Frage: Wie lange ist die Zeitspanne zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit?
Antwort: Die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch der ersten Krankheitssymptome, die so genannte Inkubationszeit, beträgt wenige Tage, maximal aber eine Woche.
Frage: Wie unterscheiden sich die Symptome der Schweinegrippe von jenen eines grippalen Infekts?
Antwort: Die Symptome der Schweinegrippe entsprechen denen einer saisonalen, menschlichen Grippe. Die Erkrankung beginnt plötzlich, und zwar mit einem allgemeinen, schweren Krankheitsgefühl. Dazu kommen Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen, ein eher trockener Husten, Kopf- und Halsschmerzen und manchmal auch eine Lungenentzündung. Einige Betroffene leiden auch an Erbrechen und Durchfall. Beim grippalen Infekt entstehen die Symptome allmählich, man ist zwar beeinträchtigt, aber es entwickelt sich kein so schweres Krankheitsgefühl. Im Vordergrund steht eher die verstopfte Nase, die Temperatur bleibt meist niedriger.
Frage: Welche Maßnahmen werden in der Steiermark getroffen?
Antwort: In der Steiermark wurde bereits im Zuge der Vogelgrippe ein Pandemieplan erstellt. Darin ist die Vorgehensweise entsprechend des WHO-Phasenmodelles festgelegt. Dieser Pandemieplan kommt nun zum Einsatz, die Umsetzung ist bereits angelaufen.
Frage: Besteht die Gefahr, dass die Viren noch weiter mutieren?
Antwort: Das ist möglich, wird jedoch weltweit von den Experten genau überwacht; schon im Vorfeld wurden Maßnahmen für diesen Fall getroffen.
Frage: Sind Schweinebauern besonders gefährdet?
Antwort: Die Übertragung des ursprünglichen, nicht mutierten Schweinegrippevirus durch engen Kontakt zu den Tieren ist möglich, aber sehr selten. Das Virus verursacht bei Schweinen eine grippeartige Erkrankung. Die Tiere können jedoch vorbeugend geimpft werden. Das Virus hat sich aber verändert und wird nicht mehr von Schweinen, sondern von Mensch zu Mensch übertragen.
Frage: Wo finde ich weitere Informationen zu dem Thema?
Antwort: Noch mehr Informationen gibt es unter www.bmg.gv.at, unter www.rki.de oder unter der Hotline 050 555 555. Reisende können sich auch unter www.bmgfj.gv.at näher informieren.
