Per Anruf Nichtraucher
Derzeit greifen insgesamt 2,3 Millionen Österreicher zur Zigarette. Die Hälfte aller Raucher will aber lieber heute als morgen mit dem Tabakkonsum aufhören. Schnelle und professionelle Hilfe bietet ab 30. Mai das Rauchertelefon, das österreichweit zum Ortstarif von Montag bis Freitag besetzt ist. Betreut wird die Hotline von erfahrenen Gesundheitspsychologen, die speziell in der Raucherentwöhnung und Telefonberatung ausgebildet sind. Die Vorteile des Rauchertelefons liegen auf der Hand: Das Telefon ist ein Medium, das quer durch alle Bevölkerungsschichten kostengünstig und ohne großen Zeitaufwand in Anspruch genommen wird. Dadurch bietet sich ein rascher und einfacher erster Zugang für alle Aufhörwilligen an. Das Rauchertelefon dient einerseits als Informations- und Motivationsquelle, andererseits als Vermittlungsstelle für weitere individuelle Beratungsangebote. Aber nicht nur der Rauchstopp ist vorrangiges Thema, die Telefonberatung wendet sich ebenso an Exraucher in Rückfallkrisen, an Angehörige von Rauchern sowie an Professionisten aus dem Gesundheitswesen. Unterstützt wird der Telefonservice durch eine umfassende Broschüre sowie eine eigene Homepage. Unter www.rauchertelefon.at sind zahlreiche Informationen rund um das Thema Tabakentwöhnung sowie weiterführende Links und Literatur bereitgestellt.
Europäische Anbindung
Das Rauchertelefon ist ein gemeinsames Projekt der Österreichischen Sozialversicherung und zahlreicher Länder, das von der NÖ Gebietskrankenkasse betrieben wird. Innerhalb von Österreich will die NÖGKK einen Informationspool bilden, der alle auf nationaler Ebene vorhandenen Raucherentwöhnungsprogramme erfasst. International stellt dieser bundesweite Service die Anbindung an das „European Network of Quitlines“ dar. Dabei handelt es sich um eine Initiative zur Optimierung der Zusammenarbeit aller europäischen Länder, die telefonische Raucherberatung anbieten; Österreich wurde nun als 27. Mitgliedsland begrüßt. Die Effizienz und Wirksamkeit sogenannter „Quitlines“ ist bereits mehrmals wissenschaftlich belegt. So etwa die Interventionen per Rauchertelefon des deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: Bei einer Nachbefragung von 200 rauchenden Anrufern (unabhängig davon, ob sie aktuell ausstiegsbereit waren oder nicht) waren drei Monate nach dem Erstanruf 16,5 Prozent abstinent. Weitere 20 Prozent der Befragten hatten ihren Tabakkonsum deutlich reduziert.
Nichtraucher leben länger
Mit dem Rauchen aufzuhören, zahlt sich auf jeden Fall aus - finanziell und gesundheitlich. Denn der Tabakkonsum kann gravierende Folgen haben: So verringert das Rauchen die Lebenserwartung um durchschnittlich neun Jahre; zwei von vier Rauchern sterben frühzeitig. Die häufigste Todesursache ist der Lungenkrebs. Allein an dieser Krankheit sind im Jahr 2004 rund 3400 Österreicher gestorben. Der Zigarettenkonsum ist aber auch einer der Hauptauslöser von Herz- bzw. Gefäßerkrankungen sowie der chronischen unheilbaren Lungenkrankheit COPD. Aber nicht nur diese lebensbedrohenden Faktoren machen den Qualmern zu schaffen - auch die Lebensqualität ist eingeschränkt: Kurzatmigkeit, schnellere Hautalterung, verminderter Geruchs- und Geschmackssinn sowie Impotenz sind nur einige Beispiele der vielen negativen Begleiterscheinungen.
Kostenlose und schnelle Hilfe
Am Weltnichtrauchertag, dem 31. Mai, bietet die NÖ Gebietskrankenkasse gezielte Hilfe zum Rauchstopp an: Zum einen wird das Rauchertelefon an diesem Tag seine Beratungszeiten ausweiten und von 11 Uhr bis 18 Uhr besetzt sein, zum anderen gibt es in allen Bezirken Infostände, die sich ausgiebig mit dem Thema Nichtrauchen befassen. Darüber hinaus sind seit mehreren Jahren ambulante Raucherberatungsstellen in St. Pölten, Wr. Neustadt und Korneuburg installiert, die ein fünfwöchiges Entwöhnungsprogramm anbieten.
Petra Wurstbauer
Was erwartet Sie am Telefon?
Ihre Fragen und Anliegen stehen im Mittelpunkt. Nicht immer geht es im Gespräch um einen sofortigen Rauchstopp. Wenn es aber Ihre Absicht ist, mit dem Rauchen aufzuhören, hilft dabei eine gut vorbereitete Planung des Rauchstopps, die gemeinsam am Telefon erarbeitet wird.
Bisherige Raucherfahrung
Zunächst werden wichtige Informationen zum Rauchverhalten gesammelt (z. B. Tageskonsum, Zeitpunkt der ersten Zigarette morgens, Art und Anzahl bisheriger Aufhörversuche).
Information
Im Gespräch werden realistische Erwartungen an die Umstellungen vermittelt, die mit einem Rauchstopp verbunden sind. Ein wichtiges Anliegen ist das gemeinsame Erarbeiten von Maßnahmen für Ihre individuelle Rauchersituation.
Motivation
Das Rauchertelefon unterstützt Sie dabei, persönliche Vorteile zu finden und zu formulieren, die dafür sprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gleichzeitig werden konkrete Hinweise zum Umgang mit möglichen Entzugssymptomen gegeben.
Konkrete Maßnahmen
Ein Meilenstein bei ausstiegsbereiten Anrufern ist die Festlegung des ersten rauchfreien Tages - erläutert werden die praktische Gestaltung dieses Tages sowie Verhaltenstipps.
Weitere Unterstützung
Um die Effekte des Erstanrufs zu verstärken, können Sie weitere Telefonate vereinbaren. Unter
www.rauchertelefon.at. gibt es auch ein Forum zum Austausch mit Experten und Leuten in ähnlichen Situationen.